Ratgeber für privaten Service · Mallorca
Ein Haus auf Mallorca vor dem Winter schließen
Was in der letzten Oktoberwoche geschieht, entscheidet, ob das Haus in zwei Tagen oder in drei Wochen wieder öffnet.
Der Oktober ist nicht das Ende der Saison. Er ist der Anfang des Winters.
Ein im Oktober richtig geschlossenes Haus lässt sich im März in zwei Tagen öffnen. Ein schlecht geschlossenes braucht drei Wochen, einen Maler und ein unangenehmes Gespräch mit der Versicherung. Der Unterschied liegt nicht im Budget, sondern in dem, was in der letzten Woche der Nutzung getan wurde.
Feuchtigkeit ist das Problem, nicht die Kälte
Auf der Insel friert der Winter nicht, er durchfeuchtet. Bei geschlossenem Haus ohne Lüftung setzt sich Feuchtigkeit in Schränken, Matratzen, Polstern und Büchern fest. Man bekämpft sie vor der Abreise — Textilien entfernt oder geschützt, Schränke einen Spalt offen, Entfeuchter wo nötig — und mit Lüftungsbesuchen über den Winter. Das ist keine Ausgabe: das erspart im Frühjahr das Neubeziehen.
Wasser: was platzt, wenn niemand da ist
Die meisten Schäden an einem Zweitwohnsitz betreffen Wasser, und fast alle treten bei leerem Haus auf. Haupthahn zu, Außenanschlüsse entleert, Heizkessel und Boiler vor der Abreise geprüft, und jemand, der bei Alarm innerhalb einer Stunde vor Ort sein kann. Ein Leck, das nach sechs Wochen entdeckt wird, ist kein Leck: das ist eine Baustelle.
Garten und Pool machen keine Pause
Der Garten wächst im Januar genauso, und ein unbehandelter Pool geht binnen Wochen von grün zu nicht mehr zu retten. Der übliche Fehler ist, die Pflege im November auf null zu fahren und im Mai wieder aufzunehmen. Das kostet mehr: einen einen Winter lang vernachlässigten Garten wiederherzustellen kostet mehr als die Pflege des ganzen Winters.
Personal: im März einzustellen ist bereits zu spät
Wer seine Hauswirtschafterin im Oktober ohne Zusage für die kommende Saison gehen lässt, konkurriert im März mit sämtlichen Häusern der Insel um dieselben Leute. Gutes Personal ist im Frühjahr nicht verfügbar. Man hält es im Herbst, und es gibt Wege, das ohne eine volle Belegschaft über zwölf Monate zu tun.
Das Inventar, bevor die Tür zugeht
Geschirr, Gläser, Haustextilien, Kunst, Wein, Elektronik. Ein fotografisches Inventar am Schließtag löst drei Dinge: Sie wissen bei der Rückkehr, was fehlt, Sie haben einen Nachweis für die Versicherung, und Sie ersparen sich die Diskussion, ob etwas schon vorher so war. Es dauert einen Nachmittag und hält jahrelang.
Wer das Haus in Ihrer Abwesenheit betritt
Techniker, Gärtner, Poolfirma, Alarmdienst, Zusteller. Bei leerem Haus ist jeder Zutritt eine Vertrauensentscheidung. Es empfiehlt sich, schriftlich festzuhalten, wer hinein darf, mit welchem Schlüssel, unter Benachrichtigung von wem, und jeden Besuch zu dokumentieren. Das ist kein Misstrauen: das ermöglicht zu wissen, was passiert ist, wenn etwas verrückt wurde.
Die Liste für die letzte Woche
Wasser abgestellt und Außenanschlüsse entleert · Heizung und Klimaanlage geprüft · Textilien entfernt oder geschützt · Entfeuchtung eingeplant · Kühlschrank geleert und abgesteckt · Rollläden und Markisen eingefahren · Alarm mit der Leitstelle getestet · Notfallkontakte an die örtliche Betreuung übergeben · Fotografisches Inventar · Kalender der Winterbesuche vereinbart.

